Sie befinden sich hier:
News-Artikel

Begeisterung bei Kommunalpolitischem Praktikum 2021


Aufschlussreiche Erlebnisse, gute Ideen, gute Laune: Die jungen Teilnehmer des Kommunalpolitischen Praktikums erhielten jetzt in der VHS Osterath ihre Zertifikate. Zwölf Jugendliche haben in diesem Jahr die Gelegenheit genutzt, beim „Politischen Schüler-Tutorial“ oder auch „Kommunalpolitisches Praktikum“ genannt, die Arbeit von Stadtrat und Stadtverwaltung praxisnah kennenzulernen.

Grundlegende Fragen dabei: Wie könnte ich mich selbst einbringen, wie könnte ich in der Kommunalpolitik mitmachen und meine Stadt mitgestalten? Zum Auftakt galt es, Meerbuscher Kommunalpolitiker kennenzulernen – persönlich, locker, flott, in jeweils einer Viertelstunde Gespräch.

Plaudereien und Pizza

„Speed debating“ nennen Kommunikationsfachleute das Format, angelehnt an das bekannte „speed dating“ zur Partnersuche. Max Pricken (CDU), Oliver Werner (SPD), Ralph Jörgens (FDP), Leonie Kanders (Grüne) und Marc Becker (Die Partei) standen den jungen Leuten als Gesprächspartner Rede und Antwort. Danach gab’s Pizza für alle.

Der zweite „Praktikumsabend“ stand ganz im Zeichen der Fraktionssitzungen. Dort bereiten die Fraktionen Woche für Woche die Themen der kommenden Fachausschüsse vor. „Alle Jugendlichen waren beeindruckt“, so Michaela Kura und Martina Bläser, die das Kommunalpolitische Praktikum für die Volkshochschule als Moderatorinnen an allen vier Tagen begleiteten.

Ausschussarbeit "live" - eine neue Welt

Am dritten Abend schließlich das „Live“-Erlebnis im Ausschuss für Klima, Umwelt und Bauen. Ausschussvorsitzender Joachim Quass (Grüne) kam eigens eine halbe Stunde früher vorbei, um Ablauf und Gepflogenheiten zu erklären. 19 Anträge standen auf der Tagesordnung, zwei Stunden sollten die Jugendlichen dabei sein. Neben den Beratungen für den Haushalt 2022 ging es um Abfallentsorgung, Tempo 30 auf der Claudiusstraße in Lank oder Verkehrssicherung auf dem Brühler Weg in Büderich. „Nach zwei Stunden wollten alle noch bleiben und sehen, wie die weiteren Entscheidungen ausgehen“, so Michaela Kura. „Da scheint ein Funke übergesprungen zu sein.“

Wie stellt man eigentlich einen Antrag?

Im Rahmen eines Planspiels wurden am letzten Tag fiktive politische Anträge erarbeitet. Die Ratsmitglieder hörten gespannt zu und gaben ihre Einschätzung dazu ab. Eine Idee stach besonders hervor: ein Online-Buchungstool für öffentlich nutzbare städtische Räume wäre doch gut, meinte Teilnehmerin Laura Kuhlmann – und fand breite Zustimmung. Max Pricken kündigte an, den Vorschlag zeitnah in der CDU-Fraktion vorzustellen. 

Zum Schluss gab’s aus der Hand des Ersten Beigeordneten Frank Maatz für alle Jugendlichen das von Bürgermeister Christian Bommers unterzeichnete Teilnahmezertifikat. Seine Freude am Praktikum war wie bei den Jugendlichen deutlich wahrnehmbar: „Ich freue mich, wenn Sie sich für die Allgemeinheit einsetzen und die Zukunft gestalten“. Er selber sei seit rund 30 Jahren im Einsatz. "Jeder Tag ist anders, manchmal ist es so aufregend, dass einem warm und kalt gleichzeitig wird." Dieser positive Funke ist an den vier Tagen des Kommunalpolitischen Praktikums definitiv auf die jugendlichen Teilnehmer übergesprungen. "Ich kann mir vorstellen, demnächst bei der CDU mitzumachen", sagt Laura. Zu den Grünen will hingegen Mauritz Gatzen gehen. "Die setzen sich genau für meine Interessen ein." Die vier Tage "waren sogar viel besser, als wir uns das vorher gedacht haben."

Nächstes Jahr im September

Einige der Teilnehmer hatten sich sogar gewünscht, dass das Kommunalpolitische Praktikum länger gegangen wäre. Einige wären gerne zu mehreren Fraktionssitzungen gegangen, andere wären bei den Fraktionssitzungen gerne insgesamt länger geblieben. Klar war schnell: Die Abgesandten der Parteien haben ordentlich Interesse, teilweise sogar Begeisterung, bei dem Nachwuchs entfacht. Für nächstes Jahr steht aber eine Änderung an: Anstelle von Ende November/Dezember, wird das Kommunalpolitische Praktikum dann im September durchgeführt. „Damit sind wir den Wünschen von Schülern und Politikern entgegengekommen“, sagt Alexander Ruth von der VHS. „Die Schüler sind Ende November nahezu immer in einer Klausurenphase und die Politiker in den Haushaltsberatungen.“ Mit dem Wechsel auf einen Zeitraum zwischen Sommer- und Herbstferien gewinnen beide Seiten. „Beide sind frisch aus dem Urlaub zurück: Die Schüler sind im neuen Schuljahr und die Politiker gehen energiegeladen mit neuen Ideen in die neuen Sitzungsrunden nach den Ferien.“


Zurück